Der Weg des Ochsen
Die zehn Ochsenbilder sind eine alte Zen‑Lehrgeschichte. Sie beschreiben den inneren Weg eines Menschen, der sein wahres Selbst sucht, findet, zähmt und schließlich über sich hinauswächst. Der Ochse steht dabei symbolisch für die eigene Buddha‑Natur – also das tiefste, unverfälschte Wesen des Menschen.
Als ich den „Weg des Ochsen“ zum ersten Mal sah, berührte mich etwas sofort. Diese alten Zen‑Bilder erzählen von einer Suche, die ich gut kenne: dem Ringen mit dem eigenen Inneren, dem Aufleuchten eines ersten Verstehens, dem mühsamen Zähmen der eigenen Schatten, und schließlich der Rückkehr in die Welt – verwandelt, aber nicht entrückt.
Als Christin sehe ich darin nichts Fremdes. Im Gegenteil: Ich sehe eine Brücke. Eine Einladung, den alltäglichen Lebensweg in Chiffren einer anderen Kultur darzustellen. Diese Chiffren sind in ihrer Wiederholung durch die Zeiten ähnlich wie Ikonen: Sie verweisen auf eine universale Aktualität, die sich in jedem Leben zu ereignen scheint.









